Grenzen der Vernunft
Es gibt handfeste Gründe, warum die der Tabakkontrolle zugrundeliegenden Absichten ebenso problembelastet, falsch und moralisch fragwürdig sind wie die angewandten Methoden. Public Health, das ist ein Konzept, das sich nicht auf sachliche Aufklärung beschränkt. Vielmehr geht es darum, Menschen mit Zwangsmaßnahmen erwünschtes Verhalten anzutrainieren. Und genau hier ist eine klare Grenze überschritten zwischen öffentlichen und privaten Angelegenheiten – zwischen den Dingen, die die Gesellschaft für uns regeln sollte und jenen, die unserer eigenen Kontrolle unterliegen.
Wir leben in einer Zeit, in der der Staat immer mehr in Fragen der persönlichen Lebensführung Eingriff nehmen will. Als Beispiel seien hier nur die Ökosteuer genannt, die über die Verteuerung von Benzin Einfluß darauf nehmen will, wie wir uns fortbewegen – oder der Versuch, über das Zwangspfand die eigentlich praktischen Einwegflaschen zur wirtschaftlichen Bedeutungslosigkeit zu verurteilen. In den kommenden Jahren dürfen wir uns darüber hinaus über die Bedrohung freuen, daß zur Einhaltung von EU-Grenzwerten über die Schadstoffbelastung Fahrverbote oder in manchen Städten die Einführung einer City-Maut drohen:
Spiegel Online (Hrsg.): Feinstaub-Ärger: Sogar CSU-Politiker will zurück zum autofreien Sonntag
Neumann, Conny/Barbara Schmid/Andreas Wassermann: Straßensperren und City-Maut
Das demokratische Mehrheitsprinzip, das gesellschaftliche Entscheidungen in die Hände derer legt, die von der Mehrheit gewählt worden sind, beruht auf einer klaren Teilung der Verantwortlichkeiten. Es geht um die Frage, in welchen Belangen die Mehrheit entscheidet und wofür der Einzelne verantwortlich ist: Wichtig ist eine Abgrenzung zwischen Öffentlichem und Privatem, es darf für die überstimmte Minderheit nicht zu viel auf dem Spiel stehen – und es muß eine Situation vorhanden sein, in der auch die Minderheit zumindest die Möglichkeit hat, in Zukunft die bestimmende Mehrheit zu stellen:
Guggenberger, Bernd/Claus Offe: An den Grenzen des Mehrheitsprinzips
Reinke, Jan-Matthias: Das Mehrheitsprinzip: Unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen kann es als eine demokratische Entscheidungsregel gelten?
In Bezug auf das Rauchen sind alle genannten Punkte problematisch: Die Abgrenzung zwischen Öffentlichem und Privatem wird aufgeweicht durch Versuche, Entscheidungen der persönlichen Lebensführung staatlichen Regelungen zu unterwerfen; auf dem Spiel steht letztlich die gesamte Lebensweise von Rauchern – und eine Chance, in absehbarer Zukunft die Mehrheit zu stellen, haben Raucher zwangsläufig ebenfalls nicht.
Der Versuch, Menschen durch staatliche Maßnahmen einzuschränken und zu erziehen, ist durchaus nicht auf Deutschland und auf das Rauchen beschränkt. Es geht um eine ideologische "Tyrannei der Visionen", die die Menschlichkeit nur zu oft außen vor läßt:
Sowell, Thomas: The tyranny of visions, part 1 
Sowell, Thomas: The tyranny of visions, part 2 
Sowell, Thomas: The tyranny of visions, part 3 
Politisch korrekt zu sein, das bedeutet oft genug, relevante Themen auszusparen und keine Standpunkte zu vertreten, die gegen die offizielle Meinung dessen gehen, was vernünftig, anständig und für unseren Schutz vermeintlich notwendig ist:
Appleton, Josie: It's PC gone mainstream! 
Turci, Gian: Charlton Heston's 'Culture War' Speech at Harvard 
Staatlicher Schutz vor allem, was uns schlecht bekommen könnte, hat Joseph Sobran als Omniphobie bezeichnet:
Sobran, Joseph: The Age of Omniphobia 
Im Informationszeitalter, in dem wir leben, ist es jeden Tag schwer zu entscheiden, wo echte Bedrohungen lauern und welche Horrormeldungen einer bestimmten Ideologie entspringen. Der Bestseller-Autor Michael Crichton hat dies anhand der Ökologie anschaulich erläutert:
Crichton, Michael: Remarks to the Commonwealth Club 
Wenn es um unsere Gesundheit geht, ist die Idee von Public Health ein erschreckendes Vorzeichen, durch das wir eher schlechter als besser schlafen sollten:
FORCES Germany News: Volksgesundheit
FORCES Germany News: Sozialhygiene
Bowler, Stephen: Health in a sick society 
Szasz, Thomas: The Therapeutic State. The Tyranny of Pharmacracy (pdf; 181 KB) 
Für die Advokaten der Public Health ist der Kampf gegen die Raucher, der mittlerweile voll im Gange ist, nur eine Aufwärmübung. In ganz anderen Bereichen wiederholen sich ähnliche Muster, ob es nun um die gesellschaftlichen Kosten, das (vermeintliche) Suchtpotential oder um die empfohlenen Maßnahmen handelt:
Stuttaford, Andrew: Powder Keg. Horrifying salt! 
Sullum, Jacob: The War on Fat 
Gabb, Sean: Fat Children: Sad, but not Our Business 
Howard Price, Joyce: Chronic overeating called an addiction 
Rashad, Inas/Michael Grossman: The Economics of Obesity 
Schulz, Nick: Medicalizing and Moralizing Matters of Fashion 
Szwarc, Sandy: You Can Relax About Food and Eat What You Want 
Balko, Radley: Back Door to Prohibition (pdf; 160 KB) 
Kaminer, Wendy: Prohibition Creeps Back 
Garth, George: Another new regiment joins the 'we know best' brigade 
Milloy, Steve: The U.N.'s Neo-Prohibitionists 
Mit Schreckensmeldungen wird eine Panik geschürt, die oft völlig überflüssig ist. Möglich wird dies durch eine Kombination aus Interessensgruppen, die mit meist fragwürdigen Studien an die Öffentlichkeit gehen - und aus den Medien, für die eine sensationelle Meldung weit mehr Nachrichtenwert verspricht als eine realistische Meldung:
Maes, Hans-Joachim: Wie Junk Science funktioniert
FOREST (Hrsg.): Health wars: the phantom menace? 
NYC Clash (Hrsg.): Health alerts 
Milloy, Steve: Science Without Sense. The Risky Business of Public Health Research 
Doch zurück zum Kampf gegen die Raucher. Ob es um die für eine Rechtfertigung zwingend nötigen Grundlagen geht - auch weiterhin gibt es keine substantiellen Beweise für die Gefährlichkeit des Passivrauchens – oder um die Legitimation von Mitteln wie der gesellschaftlichen Diskriminierung zur Eindämmung des Tabakkonsums: Das Konzept der Tabakkontrolle krankt an allen Ecken und Enden.
FORCES Germany News: Tabakkontrolle
Fanal für die Freiheit (pdf; 52 KB)
Wer einen Raucher küßt (pdf; 39 KB)
Frisch, Joachim: Rauchen gegen die Staatsräson
Kugler, Martin: Rauchen kann Ihre persönliche Freiheit bedeuten
Taxacher, Gregor: Kriegsbeil gegen Friedenspfeife
Cato Institute (Hrsg.): Do Smokers Have Rights? The Science and Politics of Tobacco 
Jackson, Joe: The Smoking Issue (pdf; 1,7 MB) 
Tobacco Reporter (Hrsg.): The Perils of Denormalization 
Lock, Neil: Our Freedoms are Going Up in Smoke 
Gordon, Scott: Smoking enemies all huff and puff 
Scammell, Michael: Anti-smoking Godzilla stalks the earth 
Caruba, Alan: Do smokers have any rights? 
Caruba, Alan: Light'm Up Until The UN Says You Can't 
Jeffers, Sue: Second Hand Freedom 
Warner, Gerald: Political Correctness is stubbing out our liberty 
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