Tabakbezogene Todesfälle
Wer eine Botschaft möglichst lautstark in die Welt tragen will, der braucht Zahlen. Erschreckende Zahlen, auf daß der Blätterwald auch möglichst laut raschelt und Politiker schnell Handlungsbedarf erkennen. So ist es auch bei dem vermeintlichen „Blutzoll“, den das Rauchen Jahr für Jahr fordern solle. Rauchen ist eine Angewohnheit, die mit erhöhten gesundheitlichen Risiken einhergeht – doch ist es die unsagbare Epidemie, die uns immer wieder vorgegaukelt wird?
Man muß nicht lange suchen, um direkt ins Herz des Anti-Raucher-Mythos vorzustoßen – den durch das Rauchen vermeintlich verursachten Todesfällen. Mit fast schon religiös anmutender wissenschaftlicher Gewißheit werden Zahlen verkündigt, nach denen pro Jahr allein in den USA 400.000 Menschen an den Folgen des Rauchens sterben. In Deutschland soll sich die Zahl auf 140.000 belaufen, wollten uns Anti-Raucher-Aktivisten erst zum letzten „Weltnichtrauchertag“ weismachen. Vor dem inneren Auge des naiven Zeitungslesers entstehen sofort Bilder von engagierten Pathologen, die intensiv zahllose Krankheitsgeschichten studieren, traurig nicken und weitere Häkchen auf die „Tabak-Todesliste“ setzen, nachdem ein neuer Todesfall auf Zigaretten zurückzuführen war. Doch ganz so engagiert sieht die Wirklichkeit nicht aus, denn:
Statistiken zum Rauchen weisen keine echten Todesfälle aus, es handelt sich um mathematische Projektionen. Es geht hier nicht um verläßliche Zahlen, sondern um Schätzungen, die auf Hochrechnungen basieren, denen wiederum andere Schätzungen zugrundeliegen
Das Ganze ist ein geschicktes Spiel mit statistischen Möglichkeiten und hat mit der Wirklichkeit nicht allzuviel zu tun. Das Ziel der Tabakkontroll-Gemeinde kann es höchstens sein, alarmierende Zahlen in die Welt zu setzen, ein realistisches Abbild dieser Gesellschaft sind die so verbreiteten Werte sicherlich nicht.
Nehmen wir als jüngstes Beispiel die Zahlen zum „Weltnichtrauchertag“, die vor wenigen Wochen veröffentlicht wurden: Während Aktivisten immer wieder stolz auf 140.000 jährliche „Tabaktote“ in Deutschland verwiesen, kam das Statistische Bundesamt auf eine ganz andere Zahl und konstatierte in einer Pressemeldung den Wert 40.000. Die Zahl der Aktivisten liegt um 250% (!) höher als die offizielle Angabe. Wir sehen: Hier ist viel Interpretationsspielraum, in die eine oder in die andere Richtung.
Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Mehr als 39 000 Sterbefälle durch Lungenkrebs
BfGe (Hrsg.): „Schluss mit süchtig! – Wir helfen Rauchern. Die Gesundheitsberufe.“
Eine durchaus peinliche Korrektur nach unten mußte auch das amerikanische CDC vornehmen, was die vermuteten Todesfälle durch Fettleibigkeit anging: War im vergangenen Jahr von 400.000 jährlichen Toten die Rede, die Jahr für Jahr auf das Konto ihres eigenen Übergewichts gingen, mußte man erst kürzlich zurückrudern und eine neue Berechnung vorlegen, die sich ebenfalls drastisch von der zunächst veröffentlichten Zahl abwich.
Szwarc, Sandy: Bon Appetit! 
Was so alles an „zweifelsfreien“ Werten veröffentlicht wird, wenn eine klare Agenda und eine bestimmte Ideologie dahinsterstecken, ist durchaus beeindruckend. Wir sollten jedoch nie Zitate wie „Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe“ und „Es gibt Lügen, verdammte Lügen – und Statistiken“ vergessen. Dies gilt insbesondere, wenn Statistiken mit einem ganz klaren vorbestimmten Ziel veröffentlicht werden. Ein Blick auf die Absicht des Urhebers erhellt da oft mehr als die eigentliche Zahl. Und so kommt man vielleicht der Frage näher, welchen mathematischen Spielchen zu vertrauen ist und welche zu den 32,4% aller Statistiken zählen, die frei erfunden sind.
Maes, Hans-Joachim: World Health Organization (WHO): …mit Entsetzen Scherz
Levy, Robert A./Rosalind B. Marimont: Lies, Damned Lies, & 400,000 Smoking-Related Deaths (pdf; 44 KB) 
FORCES International (Hrsg.): Tobacco-Attributed Deaths 
FORCES International (Hrsg.): Miserable Gains, or: The Fraud Of The Potential Years Of Life Lost 
McWhirter, Nickie: Computer blows out smoking-related death figures with no real human facts 
Center for Study of Public Choice (Hrsg.): The Political Element in Science and Technology: Sammec II and the Anti-Smoking Lobby 
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